Die Gemeinde Hähnichen im Landkreis Görlitz | |||||||||||||
| Hähnichen | Die ökonomische Struktur | Hinweise | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Die ökonomische Struktur der Gemeinde Hähnichen wird durch Land-, Forst- und Teichwirtschaft sowie Gewerbe verschiedenster Branchen bestimmt. Eine industrielle Produktion ist in Hähnichen seit der Einstellung der Produktion des Steinzeugwerkes Hähnichen nach dem Ende der DDR nicht mehr vorhanden. LandwirtschaftDie sächsische Statistik weist für die Gemeinde Hähnichen nach der Agrarstrukturerhebung von 2005 sechs Landwirtschaftsbetriebe aus, wobei zum Teil auch Waldnutzung und Gartenbau - jeweils flächen- und ertragsabhängig - einbezogen sind (Details s. Statistik Sachsen).
Von den zur Gemeinde Hähnichen gehörenden insgesamt 4.960 Hektar Bodenfläche sind 1.571 Hektar (31,7%) Landwirtschaftsflächen. Diese werden von vier Betrieben mit einer Fläche von unter 10 Hektar, zwei Betrieben von 10 bis unter 100 Hektar und einem Betrieb über 100 Hektar Nutzfläche bewirtschaftet. Während die pflanzliche Erzeugung vom Getreide- über den Kartoffel- bis zum Futtermittelanbau viele Seiten abdeckt, hat in der tierischen Erzeugung allein die Rinderhaltung eine dominierende Rolle. So hatten vier Betriebe zum Zeitpunkt der letzten Viehzählung (3. Mai 2001) insgesamt 864 Rinder in ihrem Bestand. Eine nennenswerte Haltung anderer Nutztiere, wie Schweine, Schafe, Ziegen oder Geflügel ist kaum zu verzeichnen. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich augenscheinlich die hobbymäßige Pferdehaltung. Forstwirtschaft2.457 Hektar und damit 49,5% des Territoriums der Gemeinde Hähnichen sind Waldflächen, teils in staatlichem und teils in privatem Besitz. Zum großen Teil handelt es sich bei diesen Flächen um wirtschaftlich genutzten Kiefernbesatz, der heute vor allem der Holzgewinnung dient.
Nicht selten sieht man in älteren Kiefernbeständen Bäume, bei denen zum Teil die Rinde entfernt und ein abwärts weisendes “Fischgrätenmuster” in das Holz des Stammes geschnitten wurde und trifft damit auf ein Relikt einer früheren Nutzungsform der Kiefer, nämlich zur Harzgewinnung für die chemische Industrie. Diese einst sehr aufwändig und großflächig betriebene Grundstoffproduktion ist durch den ausschließlichen Einsatz von Kunstharzen auf Erdölbasis nahezu überflüssig geworden. Heute werden große Anstrengungen unternommen, um die Wälder von den jetzt noch häufig anzutreffenden Kiefernmonokulturen in Mischwälder umzubauen und so zu einem naturnahen Waldbau und damit gesünderen Wäldern zu gelangen. Weitgehend natürliche Bewaldung ist noch am häufigsten im Teichgebiet anzutreffen. Sie besteht überwiegend aus der Stieleiche und der Schwarzerle, während das natürliche Verbreitungsgebiet der Kiefer eher erst nördlich von Hähnichen auf dem von Sandboden, teilweise sogar von echten Sanddünen dominierten Gebiet des Truppenübungsplatzes Oberlausitz beginnt. Im Gegensatz zur Nadelholznutzung stellt die Laubholznutzung jedoch bislang kaum eine wirtschaftliche Größe dar. FischwirtschaftMit einem Anteil von 9,5% an der Gesamtfläche der Gemeinde, was einer Fläche von 471 Hektar entspricht, nehmen Wasserflächen mehr als nur einen unbedeutenden Anteil in Anspruch. Während ein Teil der Gewässerfläche durch fließende Gewässer, wie den Weißen Schöps als Nebenarm der Spree, den Neugraben oder zahlreiche weitere Gräben gebildet wird, entfällt der weitaus größere Teil auf die zur Fischzucht angelegten Teiche, die durch zwei Teichwirtschaftsbetriebe bewirtschaftet werden. An Jahrhunderte alte Traditionen anknüpfend wird hier überwiegend der Lausitzer Spiegelkarpfen gezüchtet, der inzwischen sowohl bundesweit als auch in Europa vertrieben wird. Weiterhin besteht für Fischereischeininhaber die Möglichkeit, am Angelteich in Niederspree gegen Gebühr die eigene Angel auszuwerfen, wobei man meist mit anderen Petri-Jüngern in guter Gesellschaft ist. Andere GewerbeÜber die gesamte Gemeinde Hähnichen verteilt bieten Gewerbetreibende in breiter Vielfalt ihre Leistungen an. Die Angebote reichen dabei über den Handel mit Lebensmitteln und Waren für den täglichen Bedarf, Handwerkerleistungen im Kraftfahrzeug-, Metall- und Holzgewerbe, schöpferischem Kunsthandwerk und Gartenbau bis zu verschiedenen Dienstleistungen, womit hier nur ein kleiner Querschnitt genannt sein soll. Mit der zunehmenden Beliebtheit der hiesigen Landschaft erlangt vor allem jedoch auch das Gast- und Beherbergungsgewerbe eine immer größere Bedeutung und dürfte sich bei Fortbestand der gegenwärtigen Tendenz zu einem nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickeln. Quellen: |
| |||||||||||
| ©2003-2010 Jürgen Wohlmann Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2010 |
|||||||||||||